POP meets Folk

Wenn Pop auf Folk trifft – Partystimmung und gefühlvolle Klänge – der TSV Weiler- Chor „Hamlet Stones“ versteht sich auf beides, wie bei dem ersten eigenen Konzert 2015 in der Alten Kelter in Winnenden bewiesen hat.

Wie wird ihr Auftritt beim Publikum ankommen? Werden die Zuschauerreihen voll sein oder womöglich viele Plätze in der Alten Kelter in Winnenden leer bleiben? Diese und ähnliche Fragen schwirrten den „Hamlet Stones“ durch die Köpfe, da sie ihr erstes eigenes Konzert veranstalteten. Zumindest hinsichtlich der Besucherzahl wurde dem jungen Chor des TSV Weiler zum Stein die Sorge schnell genommen. Noch vor dem offiziellen Einlass strömten die ersten Gäste in die Kelter. Als dann auch noch, während die Sänger sich stimmlich in einem Nebenraum vorbereiteten, ihre Helfer von dort stapelweise zusätzliche Stühle holten, waren alle Zweifel beseitigt.

Und die weit mehr als 100 Zuhörer sollten nicht umsonst gekommen sein. Ihr Versprechen unter dem Titel „Pop meets Folk“ ein Chorkonzert mit Folkinstrumenten der ganz besonderen Art zu bieten, lösten die Sänger, dirigiert von Monika Klamm, ein – obwohl die angekündigten Buchenbachtäler Alphornbläser kurzfristig ihren Auftritt absagen mussten. Jedoch waren die musikalischen Einlagen von Diana Kluczyks auf Dudelsack und Tin Whistle nicht minder außergewöhnlich. Des Weiteren wurden die „Hamlet Stones“ von Armin Scherhaufer am Piano und Philipp Leuser am Schlagzeug begleitet.

Mit ihrem Mix aus Pop- und Rocksongs, wie etwa „Summer in the City“ von Joe Cocker und „What a Feeling“ von Irene Cara, sowie Traditionals (Gaudeamus hodie, Amazing Grace) rissen sie ihr Publikum mit. Bei ihrem Paradesong, „Celebration“ von „Kool an the Gang“, mit dem sie schon bei Gastauftritten Begeisterungsstürme ausgelöst hatten, gelang es ihnen sogar ältere Herrschaften aus den Stühlen zu holen und zum Mittanzen und –klatschen zu animieren. Doch die „Hamlet Stones“ wissen nicht nur, wie man Partystimmung verbreitet, sie verstehen sich auch auf gefühlvolle Klänge. Mit „Tears in Heaven“, in dem Eric Clapton den tragischen Unfalltod seines Sohnes emotional verarbeitet hat, berührten sie ihre Zuhörer so tief, dass manchen gar die Tränen kamen.

Am Ende des Konzertes stahl den Sängern jedoch ihr Chormaskottchen Anouk die Show. Nachdem die Hündin bereits beim Einlaufen nach der Pause mit ihrer schicken Sonnenbrille alle Blicke auf sich gezogen hat, glänzte sie nun als Spendensammler mit Körbchen im Maul. Wer kann solch einem treuen Hundeblick schon widerstehen und kein Scherflein beitragen? Die Mehrzahl der Konzertbesucher konnte dies jedenfalls nicht und füllte lieber Anouks Körbchen reichlich als das bereit gestellte Spendenglas.